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Island - Vulkane, Geysire und mehr

 

Es gibt zwei Wege nach Island, einen schnellen - mit dem Flugzeug und einen langsamen - mit der Fähre. Jeder hat seine Vor- und Nachteile. Ich benutzte im Juli / August 2010 den schnellen Weg. Der einzige Vorteil ist halt, er ist schnell. Nachteile kenne ich wenigstens zwei; zumindest zu dieser Zeit waren es reine Nachtflüge, was ziemliche Probleme mit sich bringt wenn man im Flugzeug nicht schlafen kann und außerdem gibt es die schwer zu lösende Problematik des Gewichtslimits. Wer viel Fotoausrüstung mitnimmt hat da wirklich ein großes Problem. Egal, es hat mit einigen Kompromissen geklappt und so kann ich meine Eindrücke von der zweitgrößten Insel Europas wiedergeben. Allerdings möchte und kann ich keinen der so zahlreichen Reiseführer ersetzen sondern nur aufzählen, was mir besonders gefallen hat bzw. aufgefallen ist.

Bereist habe ich in knapp 1 ½ Wochen den Süden und Westen zwischen Vik und Olafsvik (s. Karte aus der Wikipedia: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cd/Map_of_Iceland.svg ). Dabei blieb ich fast immer in der Nähe der Küste, das Innere der Insel habe ich, bis auf einen Abstecher nach Pingvellir, nicht besucht. Mein Interesse galt neben der einmaligen Landschaft auch der Tierwelt.

 

Besonders hat mich die Größe und die Verschiedenheit der Landschaft beeindruckt.

So findet man in der Nähe von Vik schier endlose Felder mit feinem, verfestigtem, schwarzen Lavasand,

 

Lavasand 1

 

nur gelegentlich sind Felsen oder größere Lavastücken zu sehen und ab und zu ein Fleck

 

Fels in Lavasand

 

Grün. Diese Felder enden nur am Horizont bzw. am Meer. Eine ebenso unwirkliche Landschaft ist z.B. auf den ca. 50 Kilometern zwischen Keflavik am Flughafen und Reykjavik, der Hauptstadt, zu sehen. Allerdings handelt es sich hier um geflossene und nun erstarrte Lava, die sich z.T. meterhoch auftürmt und oft mit isländischem Moos bedeckt ist.

 

Lava mit Moos

 

Dann die Vulkane. Der Ausbruch des Eyjafjallajökull im Frühjahr mit seiner bis nach Westeuropa treibenden Aschewolke ist bekannt. Zeichen davon sind vielerorts noch deutlich zu sehen.  Landstriche westlich des Vulkans zeigen noch unübersehbare Spuren der frischen, viele Zentimeter hoch liegenden Asche.  Der Weg, den das Schmelzwasser seines Gletschers nahm ist unübersehbar.  Teile der Ringstraße wurden ja beim Ausbruch abgerissen, um den Abfluß für das Wasser kontrolliert freizugeben. Übrigens stammte das Wasser nicht alles direkt vom Gletscher sondern ein nicht unerheblicher Teil kam aus einem See vor dem Vulkan.

 

Eyjafjalla

Reste des Gletschers am Eyjafjallajökull.  Im Vordergrund ist der Boden des Sees zu sehen, der beim Ausbruch des Vulkans mitsamt dem Schmelzwassers des Gletschers ins Meer stürzte.  Lava wurde nicht ausgeworfen.

 

Das nachdrückende Schmelzwasser hatte einen natürlichen Damm weggerissen und ist dann als große Flutwelle Richtung Meer gestürzt.  

 

Flußdurchfahrt

Auf dem Weg zum Eyjafjallajökull waren etliche Hindernisse zu bewältigen 


Andere Vulkane mit ihren Gletschern bzw. Kraterseen bieten herrliche Anblicke.

 

Kratersee

 

Der mit Gletschern besetzte Vulkan Snaefellsnesjökull ist bei schönem Wetter schon von Reykjavik aus zu sehen.

 

Derzeit sind auf Island noch reichlich Gletscher vorhanden, obwohl die ersten bereits vollständig abgeschmolzen sind.  Der Gletscher des Vatnajökull ist der größte Europas, bis zu 1000 m mächtig und dreimal so groß wie das Saarland!  

Westlich neben dem Eyjafjallajökull liegt der Myrdalsjökull.  Die nach Süden ragende Zunge seines Gletschers - und vermutlich weitere Teile im gesamten Massiv - sind durch den Ausbruch des Eyjafjallajökulls dicht mit schwarzer Vulkanasche bedeckt.  

 

Myrdal-Gletscher

 

Sofern nicht eine Gletscherspalte offenliegt kann man ihn gar nicht als Eismasse erkennen.

 

Gletscherspalte

 

Sicher fördert diese Färbung in Folge der dadurch erhöhten Lichtadsorption das Abschmelzen des Eises.

 

Sprichwörtlich bekannt sind in Island die Geysire. Das ist ein Paradoxon, weil eigentlich nur einer den Namen Großer "Geysir" (abgeleitet = ausbrechen) trägt. Damit war er aber Namensgeber für alle Erscheinungen, die heißes Wasser in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen als Fontäne ausstoßen. Der Große Geysir ist unregelmäßig aktiv, ruht manchmal jahrelang. Sein "kleiner" Bruder, der Strokkur, ist dafür um so aktiver.  Innerhalb einer Sekunde bildet sich eine Wasserblase

 

Wasserblase

 

und dann schleudert er seine Fontäne bis zu 30 und mehr Meter in den Himmel.

 

Geysir

 

Neben den größeren Geysiren gibt es noch viele kleinere kochende Quellen, die auch herrlich anzusehen sind.

 

Island ist auch reichlich mit größeren und kleineren Wasserfällen gesegnet. Neben Großen wie dem Gullfoss gibt es unzählige kleinere und größere Wasserfälle, die

 

Gullfoss

Am Gullfoss

 

vermutlich nicht einmal alle einen Namen haben. Am Gullfoss rauschen im Sommer durchschnittlich 130 m3 Wasser über zwei Stufen in die Tiefe, in Spitzenzeiten können es bis zu 2000 m3 werden.

 

Skogafoss

Am Skogafoss

 

Besonders interessierte mich natürlich die Tierwelt.

Um den Nationalvogel Islands, den Papageientaucher, näher zu sehen, kam ich jahreszeitlich zu spät. Nur noch aus der Ferne gelangen mir von diesem putzigen Kerl ein paar Fotos, die allerdings nur dokumentarischen Wert haben.

 

Papageientaucher

 

Auf Grund der Insellage und meiner Reiseroute wundert es nicht, daß ich überwiegend

 

Möwenfrühstück

 

Wasservögel beobachten konnte. Möwen, Seeschwalben, Taucher, Kormorane,

 

Austernfischer

 

Austernfischer, Graugänse, Singschwäne und andere dominierten. Interessant ist, daß es als Vertreter der Rabenvögel wohl nur den Kolkraben gibt. Er nimmt, neben dem Gerfalken als einzigem Vertreter der Greifvögel und der Raubmöwe, offensichtlich einen Platz an der Spitze der Nahrungspyramide ein.

 

Kolkrabe sitzt

 

An Landvögeln war der Regenbrachvogel nicht zu übersehen. Mit ihm hatte ich ein

 

Brachvogel

 

interessantes Erlebnis. Bei Arnarstapi auf der Halbinsel Snaefellsnes ist ein Vogelreservat. Dort brüten zu vielen hunderten Seeschwalben. Auf markierten Wegen

 

Seeschwalbe

 

kann man, ohne die Vögel zu stören an dem Brutbereich vorbeigehen und schöne Fotos

 

Seeschw.küken

 

machen. Anfang August waren die jungen Seeschwalben schon geschlüpft und teilweise auch flügge. Plötzlich flogen hunderte Seeschwalben unter lautem Geschrei auf und verfolgten einen großen Vogel, der über den Brutbereich flog. Glücklicherweise hatte ich gerade das richtige Objektiv drauf, so daß ich mindestens den Schluß des Spektakels festhalten konnte. Ein Vogel verfolgte den Kolkraben, das war der große Vogel,

 

Verfolgung

 

hartnäckig. Gerade als er über dem Raben ist und zum Sturzflug ansetzt, konnte ich auslösen. Erst beim Betrachten des Fotos stellte ich fest, das war keine Seeschwalbe sondern ein Regenbrachvogel. Vielleicht war der Rabe dem Nest des Brachvogels zu nahe gekommen und wurde nun dafür gehetzt.

Insgesamt ist die Vogelwelt sehr interessant. Viele Arten gibt es in Deutschland nicht oder sie kommen nur sehr selten vor. Aber man braucht sehr viel Zeit, um wenigstens den größten Teil zu Gesicht zu bekommen.

 

Das Wetter auf Island hat mich sehr überrascht. Zwar gab es auch ein paar Regentage, aber die nach Thermometer 14 bis 18 Grad fühlten sich deutlich wärmer an. Also diesbezüglich keine Scheu.

 

Regenbogen

 

Island ist auf jeden Fall eine Reise wert, der Landschaft, der Tierwelt und nicht zuletzt der Menschen wegen, die alle sehr stolz auf ihr Land und ausgesprochen freundlich sind.

Lassen Sie sich in einem knapp 1 ½ stündigen Fotovortrag davon überzeugen.

 

Termine hier.

 

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