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Malediven 2012

 

Was trieb mich dazu, knapp ein Jahr nach dem ersten Besuch das selbe, nicht gerade um die Ecke liegende Ziel, auf den Malediven anzusteuern? Da gibt es eine Reihe von Gründen.

Beispielsweise diesen hier:

Als ich nach meiner Reise 2011 die Fotos für den Beitrag auf der Internetseite hier und für den Fotovortrag sichtete und heraussuchte stellte ich fest, daß mir doch einige Aufnahmen fehlten.

Und dann gibt es noch eine zweite, dunkle Seite auf den Malediven.

Aber der Reihe nach.

 

Wie im Vorjahr lag die Reisezeit in der sogenannten Regenzeit. Im Gegensatz zum letzten Jahr war es diesmal wirklich zu merken. Glücklicherweise war das Wetter zwar überwiegend schön und warm, es gab aber auch einen fast kompletten Regentag und einige mit Regengüssen. Das kündigte sich mit dem Aufzug einer schwarzen Wolkenwand

 

Wollkenwand

 

an und in kürzester Zeit stürzte das Wasser vom Himmel. Regenguß – das ist in den Tropen anders als im Mitteleuropa. Innerhalb von 1 bis 2 Sekunden ist man naß bis auf die Haut. Da der Wind in der Nähe der Regenfronten recht frisch wehte, gab es auch entsprechenden Wellengang, selbst im Binnenatoll.

 

Wolken Wellen

 

Fotografieren geht da nur mit tatsächlich wasserfesten Kameras.

Nun ja, normalerweise ist die Natur auf derartige Wetterereignisse eingerichtet. Der Sandboden auf den Inseln läßt das Wasser genauso schnell absickern wie es regnet, Pfützen stehen nur kürzeste Zeit, dort, wo durch ein Blätterdach o.ä. Sturzbäche auftreten. Anders hier. Der Boden ist auf den „Wegen“ und Straßen verfestigt bzw. sogar betoniert, die Pfützen stehen stundenlang.

 

Pfützen

 

Dazu später mehr.

 

Die Flora war wieder grün im Übermaß. Allerdings fehlte die Blütenpracht des Jahres 2011. Möglicherweise war ich dafür zu früh da. Das ist auch bei den Insekten zu vermuten. Es gab keine Schmetterlinge, vielleicht bis auf ein zwei Exemplare. Selbst Libellen vermißte ich. Lediglich die tropische Hummel

 

Hummel

 

war wieder vertreten. Offensichtlich begann das Insektenjahr erst jetzt.

Einen Hinweis darauf, warum so wenig Insekten zu beobachten waren, erhielt ich, als ich unter einem Palmenblatt das Nest einer Wespenart

 

Wespe

 

entdeckte. Hier schien der Beginn der neuen Saison auch erst im Gange zu sein.

Man merkte das auch daran, daß keine Mücke zu entdecken war, wobei das auch an den regelmäßigen Insektizid-Spritzaktionen gelegen haben kann.

 

Wie bereits oben erwähnt hatte ich mir vorgenommen, Aspekte fotografisch festzuhalten, die mir bei meinem letzten Besuch entgangen waren. Sehr interessiert war ich an dem Besuch einer Insel, die nicht von Urlaubern besucht sondern von Maledivern bewohnt war.

Es gibt auf den Malediven eine strenge Trennung zwischen Maledivern und Touristen. Diese wohnen nicht gemeinsam auf einer Insel. Das geht so weit, daß der Besuch auf einer sogenannten Einheimischeninsel nur im Rahmen eines „begleiteten“ Ausflugs möglich ist.

Eine solche Gelegenheit nahm ich wahr und besuchte die Hauptinsel des Lhaviyaniatolls, Naifaru.  Eine gute Stunde Fahrt mit dem Dhoni, vorbei an anderen Touristen- und Einheimischeninseln.

Hauptinsel bedeutete, hier ist der Sitz des Bürgermeisters des Atolls und hier leben zirka 5000 Menschen (August 2012). Die Haupteinnahmequelle ist der Fischfang – speziell Thun.

 

Alte Anlagen und ausgemusterte Schiffe begrüssen einen direkt am Hafen.

 

Schiff

 

Kühlanlagen

 

Was fällt auf im Vergleich zu den Touristeninseln?

Der Strand. Der angeschwemmte Müll – und z.T. auch der von der Insel – liegt bergeweise herum, baden oder schwimmen kann man nicht. 

 

Strand 2

 

Strand 3

 

Hier scheint auch nicht zu stören, daß unmittelbar davor ein (Kinder)Spielplatz liegt.

 

Spielplatz

 

Auch der Inselfriedhof wird als Deponie mißbraucht.

 

Friedhof

 

Müll ist ganz offensichtlich ein großes Problem auf den Inseln.

Mülltrennung scheint zu exisieren, ob sie aber funktioniert mag bezweifelt werden.

 

Mülltrennung

 

Der Zustand der Häuser. Mit 5000 Einwohnern ist das schon eine richtige Stadt. Das Spektrum der Gebäude geht von gerade im Bau befindlichen Reihenhäusern

 

Reihenhaus

 

über moderne Einrichtungen wie Hospital

 

Hospital

 

Regierungssitz und Geschäftshäusern

 

Geschäftshaus

 

bis zu Ruinen und barackenähnlichen Häusern

 

Baracke2

 

Baracke

 

die aber alle bewohnt sind und in denen die Mehrzahl der Einwohner lebt.. Bezeichnenderweise sind diese häufig unter Verwendung von Korallen gebaut.

Neben der Vermüllung des Meeres ist das sicher das größte Problem für die Inseln.  

Hier sägt man sich den Ast ab, auf dem man sitzt.

 

In der Regenzeit sind die Straßen regelmäßig überflutet, knöcheltief und mehr.  Das scheint aber kein Problem zu sein, bei den Temperaturen nachvollziehbar.

 

Straße

 

Straße 2

 

Satellitenschüsseln sind genauso verbreitet wie Handys.

 

Bei meinem Streifzug über die Insel fiel mir eine plakatierte Stelle auf.

 

Plakat

 

Die Detailvergrößerung zeigt besser, was ich meine.

 

Plakat Detail

 

Und zunehmend sind Meldungen in den Medien zu Vorkommnissen auf den Malediven zu finden, wie:

 

 

"Gewalt und Randale nach Regierungswechsel"

RP Online 08.02.2012

 

"Reisewarnung für das Inselparadies

Der Tourismus auf den Malediven leidet unter der Unsicherheit, seit Präsident Nasheed aus dem Amt gedrängt wurde. Urlauber fürchten Unruhen und eine Islamisierung des Inselparadieses"

FAZ 18.02.2012 · 

 

"Scharia auf den Malediven

Vergewaltigtes Mädchen erhält 100 Peitschenhiebe..."

FOCUS Online: 28.02.13

Anmerkung P.E.: wegen vorehelichem Geschlechtsverkehr

 

 

Derartige und andere Meldungen kann man vielerorts lesen (Stern, Welt, usw.)

 

Dieses und die zunehmende Umweltzerstörung -auch im Gefolge des Massentourismus - lassen die Malediven in meinen Augen nicht mehr als das Traumziel erscheinen.

Ein großer Teil der Urlauber kommt wegen der Luxusangebote auf diversen Inseln, All-Inklusive, Tennis, Golf, Pool mit Bar, es soll sogar Touristen geben, die wegen der "schrecklichen" Tiere nicht einmal ins Meer gehen sodern nur den gechlorten Swimmingpool benutzen.

Taucher und Schnorchler sind auf einigen Inseln inzwischen schon Minderheiten.

 

Insgesamt eine Entwicklung zum hochpreisigen Ballerman, mit allen Konsequenzen.

 

Ob solche Bemühungen helfen, die Umweltzerestörung aufzuhalten?

 

Baum